Wieso gelten Katalogpreise nur für professionelle Händler?

bzw.

Warum zahlt man viel wenn man Schlümpfe kauft, aber bekommt sehr wenig wenn man sie verkauft?

An dieser Stelle muss ich kurz mal eine Erklärung einfügen, denn ich hatte hier schon einige sehr mühsame Diskussionen mit Privatpersonen, die uns angeschrieben haben, weil sie uns Schlümpfe verkaufen wollten. Die meisten sind davon ausgegangen dass die Schlümpfe, die sie haben, das wert sind was in den Katalogen steht. Hier die Erklärung warum das NICHT so ist:

Man muss erst eimal verstehen wie der "Sammlermarkt" funktioniert:

Es gibt auf der einen Seite die Sammler, die bereit sind für seltene Artikel einiges Geld auszugeben. Und es gibt auf der anderen Seite Privatpersonen, die genau diese Artikel daheim herumliegen haben und diese verkaufen möchten. Die Schwierigkeit ist jetzt nur - wie findet der Verkäufer den Käufer und der Käufer den Verkäufer?

Hier gibt es FIRMEN die genau das erledigen - Käufer und Verkäufer zusammenbringen. Die Sammlershops oder Veranstalter von Sammlerbörsen und Sammlermärkten. Nur, sie wollen bzw. müssen natürlich etwas dabei verdienen, vor allem müssen sie auch ihre eigenen Kosten decken und die sind nicht unbeträchtlich. Wenn man bedenkt, wieviele Artikel ein guter Sammershop auf Lager haben muss, damit ein Käufer dort auch die selten Stücke findet die er braucht. Und er muss natürlich auch Miete, Personal, Werbung, Steuern etc. zahlen.

Jetzt gibt es Artikel wie Schlümpfe, die ja keinen allzu hohen Neupreis haben. Manch einer würde ja denken, das Ding hat vor Jahren 2,50 Euro (5 DM) gekostet, viel mehr kann es jetzt in gebrauchtem Zustand auch nicht wert sein. Was brauchen da Händler unbedingt, damit sich das Geschäft mit den Schlümpfen für sie rentiert und sie auch entsprechende Gewinne damit machen können? Genau - Preiskataloge mit sehr hohen Preisen. Denn was gedruckt ist, das glauben die Leute auch. Es ist sicher kein Zufall, dass beide aktuellen Schlumpfpreiskataloge (Smörfers und KMS) von Händlern geschrieben wurden.
Und wenn man da so (Smörfers) Preise liesst wie "Weihnachtsschlumpf mit Kranz - Euro 450,-" dann weiss man auch wieso sie die Preise so hoch angegeben haben. Weil sie selbst die Schlümpfe um diese Preise verkaufen möchten.

Im Normalfall läuft es aber so ab, dass der Händler dem Kunden den Katalogpreis vorhält und sagt "Im Katalog kostet die Figur 50 Euro - bei mir nur 45 Euro. Das ist doch ein super Angebot". Also sind die Katalogpreise meist für die Händler die absolute Obergrenze. Ausgenommen sind einzelne Stücke, die seit Erscheinen des Kataloges seltener geworden sind und deren Marktpreis seit dem gestiegen ist.

Was für viele Besitzer von alten, vermeindlich "wertvollen" Schlümpfen, schwer verständlich ist, ist dass sie nicht mal annähernd diese Preise bekommen, wenn sie die Schlümpfe verkaufen wollen. Denn was kann ein Privater tun? Er kann zu einem professionellem Händler gehen und dem die Schlümpfe zum Kauf anbieten. Die meisten werden verärgert reagieren, wenn sie hören was die ihnen dafür bieten. Nämlich ca. 1/3 vom Katalogwert! Das ist bei Sammlershops ganz normal - nicht nur bei Schümpfen, auch bei anderen Sammlerartikeln wie Schallplatten etc. Die Händler müssen so eine hohe Spanne einkalkulieren, damit sich ihr Geschäft für sie überhaupt rentiert. Denn normalerweise haben Sammlershops auch bei weitem nicht so viele Kunden, wie Hänler die normal gängige Neuwaren (z.B. Spielwaren) verkaufen und daher müssen sie ihre Kosten auf wesentlich weniger Artikel verteilen (d.h. sie müssen auf ihren Einkaufspreis wesentlich mehr aufschlagen als in anderen Branchen üblich ist). Ausserdem kommt bei ihren Verkaufspreisen auch noch die Mehrwertsteuer dazu, die das ganze natürlich auch noch erheblich verteuert.

Wo kann ein Privater noch seine Sammlung verkaufen?

Auf allgemeinen Flohmärkten? - Uninteressant. Man muss eine Standgebühr zahlen und da finden sich auch kaum die richtigen Käufer die seltene Schlümpfe suchen.

Auf Figurenbörsen oder Sammlerflohmärkten? Hier wären zwar die richtigen Käufer, aber die Standgebühren sind hoch. Ist ja auch logisch, denn so eine Veranstaltung kostet viel Geld (Saalmiete, Werbung, Personal etc.). Hier können sich wirklich nur Händler die auch viel Umsatz machen Stände leisten.

Duch private Kontaktaufnahmen im Internet? Also z.B. alle Schlumpfhomepages durchsurfen und alle anschreiben, die man dort findet. Das ist auch sehr schwierig. Denn zum einen sind natürlich alle bei Kaufangeboten von Unbekannten sehr mistrauisch und zum anderen haben ja im Normalfall gerade die Besitzer von Schlumpfhomepages eh schon nahezu komplette Sammlungen.

Die meines Wissens einzige wirklich halbwegs lukrative Möglichkeit als Privater Schlümpfe zu verkaufen und damit halbwegs gute Preise zu erzielen, ist wenn man sie über Ebay verkauft.

Denn Käufe über Ebay bieten den Käufern eine gewisse (wenn auch absolut nicht perfekte) Sicherheit und daher ist man bereit das Risiko einzugegen bei Privaten etwas zu kaufen. Ausserdem hat Ebay einen einzigartigen Bekanntheitsgrad unter Schlumpfsammlern - hier finden sich leicht Käufer.

Aber auch wenn man bei Ebay verkauft, muss sich ein "Besitzer von alten Schlümpfen" von der Wunschvorstellung verabschieden, dass er hier die Preise dafür bekommt, die im Katalog stehen. Das ist höchstens dann der Fall wenn man wirklich seltene Stücke hat wie z.B. seltene Farb- oder Formvarianten oder seltene Werbeschlümpfe (und da sind natürlich nicht die McDonalds Schlümpfe gemeint).

Aber wenn man nur "Standardschlümpfe" besitzt, dann bekommt man auch bei Ebay nur einen Bruchteil des Katalogwertes. Also auch nicht mehr als wenn man es an professionelle Händler verkauft. Hier muss man sich dann meist mit 1-2 Euro pro Schlumpf zufrieden geben.

<< Zurück <<


Translate this page into English, French etc. at Alta Vista
(A fast and 100% un-reliable software translation)

Kommentare, Zusatzinformationen oder Fragen zu diesem Thema?
Bitte kein Mail schreiben, sondern im "Ultimativen Schlumpfforum" posten!