Die betenden Schlümpfe
Bei den betenden Schlümpfen haben diverse absolut widersprüchliche
Definitionen, woran man Originale und Fälschungen erkennt, leider
ziemlich viel Verwirrung unter Sammlern gestiftet. Dabei ist es im
Prinzip ganz einfach: EIN BLICK AUF DIE MARKIERUNG GENÜGT
- IST SIE SCHARF IST ES EIN ORIGINAL IST SIE UNSCHARF IST ES EINE
FÄLSCHUNG.
Was vor allem Verwirrung stiftet, ist die Tatsache, dass es nicht
nur eine, sondern mehrere leicht verschiedene Varianten von Originalen
gibt. Da es bekannt ist, dass von betenden Schlümpfen Fälschungen
im Umlauf sind, wurden schon oft Originale für Fälschungen
gehalten.
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Diese 5 Bilder aus unserer Sammlung zeigen:
1. Figur von links:
Eine Original betende Schlumpfine
(klare Markierungen, breites Gesicht, keine Gussformränder,
rosa Grundmaterial)
2. Figur von links:
Eine gefälschte betende Schlumpfine (sehr unklare Markierungen,
deutlich schmäleres Gesicht, Gussformränder)
3. Figur von links:
Ein Original betender Schlumpf (klare Markierungen, breites
Gesicht, keine Gussformränder, rotes Grundmaterial) Dies
ist eine Variante ohne Öse.
4. Figur von links:
Ein Original betender Schlumpf aus weissem Grundmaterial. Diese
Figur ist bis ins kleinste Detail zu 100% mit der 3. Figur identisch,
nur die blaue Farbe ist etwas anders.
5. Figur von links:
Ein gefälschter betender Schlumpf (sehr unklare Markierungen,
etwas schmäleres Gesicht, Gussformränder)
Bitte Beachten: Die Markierungen des betenden Schlumpfes
sind in Wirklichkeit etwas schärfer als sie hier erscheinen.
Denn die Farbe Rot lässt sich schwer scannen.
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Die Fälschungen:
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Erkennungsmerkmale:
- UNGENAUE MARKIERUNGEN (man kann es teilweise kaum lesen)
- Deutlichen Ränder der Gussformen (sofern
sie nicht nachträglich entfernt wurden)
Alle 5 Figuren auf dem Bild oben sind aus dieser Fälschungsserie.
Hier sieht man, dass es deutliche Produktionsunterschiede bei
diesen Fälschungen gibt. Dass sie aber wahrscheinlich alle
aus der selben Gussform stammen, erkennt man an den Markierungen,
bei denen die selben Stellen fast unlesbar sind.
In der Breite der Figuren gibt es große Unterschiede (man
erkennt es am besten am Gesicht). Manche sind so breit wie die
Originale und manche sehen fast schon "magersüchtig"
aus.
Die Fälschungen des betenden Schlumpfes sind hier deutliche
besser gelungen, als die der betenden Schlumpfine. Hier haben
manche Figuren ein derart unschönes und schmales Gesicht,
dass man alleine daran die Fälschung schon erkennt. Außerdem
sind manche Figuren etwas schief und zur Seite geneigt.
Erstmals aufgetaucht sind diese Fälschungen Ende der
90er Jahre. Als Schümpfe als Sammlerartikel für (zahlungskräftige)
Erwachsene populär wurden.
Etwa zur selben Zeit ist unter Sammlern das (falsche) Gerücht
aufgetaucht, man würde gefälschte betende Schlümpfe
daran erkennen, dass das Grundmaterial weiß und die Öse
silbern ist. Bei einer Schlumpfmesse in Holland wurden beispielsweise
Flugblätter mit dieser falschen Definition verteilt.
Mir drängt sich hier der Verdacht auf, dass die Urheber
dieses Gerüchtes Händler oder Produzenten der oben
abgebildeten Fälschungen waren, denn nach dieser Definition
wären die wirklichen Fälschungen echt. Denn die Fälschungen
sind aus rotem und rosa Grundmaterial und haben eine goldene
Öse. Wahrscheinlich wollte man mit diesem Gerücht
von den wirklichen Erkennungsmerkmalen der Fälschungen
ablenken.
Übrigens - neuerdings scheint es Mode zu sein, den
Leuten einzureden diese Fakes wären seltener als die Originale
und deshalb auch viel wert. Das ist bei diesen Figuren natürlich
vollkommener Blödsinn. Hier sind die Originale selten und
die Fakes wurden scheinbar in sehr hohen Mengen erzeugt. Ein
realistischer Preis für die Fälschungen ist 20-25
Euro pro Stück. Mehr sind sie sicher nicht wert.
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Die Originale:
Erkennungsmerkmale für alle Originale sind:

Dank an Lawnmower
für dieses Bild |
- MARKIERUNGEN SIND GESTOCHEN SCHARF (wichtig!)
- Die Ränder der Gussformen sind nur minimal
- Beide Figuren haben ein breites und schönes Gesicht
- Beide Figuren haben am linken Fuß einen kleinen Schnitt
bzw. ein kleines Loch (Das "Einspritzloch" das fast
alle Figuren an irgend einer Stelle haben).
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Originale aus rot/rosa Grundmaterial
mit Kordel:
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Das sind die bekanntesten Versionen der Originale.
Das Grundmaterial ist beim betenden Schlumpf rot und bei
der betenden Schlumpfine rosa.
Diese Originale gibt es mit messingfarbener oder silberner
(verchromter) Öse oder auch ganz ohne Öse (mehr dazu
weiter unten).
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Betende Schlümpfe aus
weißem Grundmaterial:
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In Sammlerkreisen kursiert die meiner Meinung nach falsche
Definition, dass betende Schlümpfe aus weißem Grundmaterial
Fälschungen sein sollen.
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zum Vergrößern auf Bilder
klicken. Links: rotes Grundmaterial
Rechts weißes Grundmaterial
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Ich kann das eigentlich nicht glauben, denn wenn man
die Schlümpfe vor sich hat und vergleicht (siehe
Bilder oben und links), dann sieht man, dass bei beiden
Versionen die Form bis ins kleinste Detail zu 100% überein
stimmt. Sogar die kleinsten Risse und minimalen Gussformränder
sind absolut identisch.
Auch das Einspritzloch ist bei beiden Versionen am
linken, hinteren Fuß vorhanden und vor allem die
Markierung ist bei beiden Figuren klar und deutlich. Natürlich
sieht man beides beim Schlumpf aus weißem Grundmaterial
etwas weniger gut, weil hier noch Farbe oben ist, wodurch
die Konturen natürlich etwas verschwimmen.
Dass der Schlumpf aus weißem Grundmaterial aus
der Original-Gussform kommt ist somit ziemlich eindeutig.
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Auf den ersten Blick erscheint die Produktion aus weißem
Grundmaterial natürlich schon unlogisch, denn Schleich
produziert ja Schlümpfe normalerweise immer so, dass möglichst
wenig bemalt werden muss. Wenn man genau hinschaut sieht man
auch, dass zuerst mal der gesamte Schlumpf rot gefärbt
wurde (vielleicht in Farbe getaucht ?) und dann blau drüber
gemalt wurde.
Ich hab aber inzwischen eine recht gute Erklärung dafür
gehört: Anscheinend ist die Produktion von Grundmaterial
in genau der gewünschten Farbe relativ aufwändig und
gerade Rot ist eine Farbe die gegen alterungsbedingte Farbveränderungen
sehr anfällig ist. Immer dann, wenn die Produktionsstätten
nur Aufträge mit geringen Stückzahlen bekommen haben,
dann ließ man den aufwändigen Schritt der Produktion
bzw. Beschaffung von farbigem Grundmaterial aus und hat einfach
alles bemalt. Diese Praktik wurde auch bei anderen Schlümpfen
so gehandhabt.
Die betenden Schlümpfe aus weißem Grundmaterial
sind daher wohl eher Varianten der Originale, aber ziemlich
sicher KEINE Fälschungen. Ich kann mir kaum vorstellen,
dass Fälscher die Möglichkeiten haben, eine Figur
so 100%ig perfekt nachzumachen. Das könnte wohl nur eine
hochprofessionelle Firma und dafür müsste ein Aufwand
getrieben werden, der sich für den relativ kleinen Schlumpfsammlermarkt
gar nicht rentieren kann.
Die betende Schlumpfine aus weißem Grundmaterial ist
übrigens wesentlich seltener als der betende Schlumpf aus
weißem Grundmaterial. (Auch wir besitzen sie leider
noch nicht. Wer sie hat bitte melden!)
Diese Varianten der betenden Schlümpfe werden unter
Sammlern oft für "neue Originale" gehalten. Denn
sie scheinen erst Ende der 90er Jahre aufgetaucht zu sein. Also
zu einer Zeit in der sie schon als seltene und teuere Sammlerobjekte
galte. Mehr dazu weiter unten auf dieser Seite.
Kleiner Tipp am Rande:
Um zu erkennen, welche Farbe das Grundmaterial der Schlümpfe
hat, muss man nicht unbedingt mit einem Messer in den Schlumpf
rein schneiden. Es reicht, die Öse heraus zu drehen und
in das Loch zu schauen (falls es nicht eine Version ohne Öse
ist). Beim betenden Schlumpf erkennt man die Version aus weissem
Grundmaterial auch am etwas matteren Blau.
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Zur Öse:
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Eine weitere falsche Definition, die in Sammlerkreisen kursiert,
ist dass man gefälschte betende Schlümpfe angeblich
an der silbernen Öse erkennt, denn Originale soll es nur
mit messingfarbener Öse geben.
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Hierzu haben wir aber wesentlich logischer klingende
Insiderinformationen bekommen:
Die Ösen wurden angeblich, meistens verchromt. Also
sind die messingfarbenen, die unbearbeiteten Ösen (deshalb
rosten sie auch leichter). Hier wurden auch immer dann,
wenn die Aufträge zu klein waren, oder wenn es zeitlich
nicht machbar war, einfach die unbearbeiteten, messingfarbenen
Ösen genommen. |
Zudem kann man auch nie wissen, ob der Schlumpf, den man
gerade vor sich hat, immer noch seine Original-Öse hat,
oder ob das nur ein "Ersatzteil" ist. Die Ösen
sind nämlich nicht in die Figur eingegossen, sie haben
ein ganz normales Schraubgewinde. Man kann sie also beliebig
auswechseln. Es ist recht naheliegend eine Öse mit Kordel
aus einem billigen neueren Weihnachtsschlumpf rauszudrehen um
damit einen teuren alten Weihnachtsschlumpf zu "restaurieren".
Das wurde im Laufe der Jahre sicher von vielen Händlern
und Sammlern so praktiziert, um wieder komplette Figuren zu
bekommen. Denn Kinder die die Schlümpfe zum spielen verwendet
haben, haben oft die Öse und die Kordel entfernt und weggeschmissen.
Für komplette Figuren kann man ja immer einen höheren
Preis verlangen.
Über Original oder Fälschung sagt die
Farbe der Öse somit überhaupt nichts aus.
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Figuren ohne Öse:
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Die meisten Weihnachtsschlümpfe (inkl.
die Betenden oder der Weihnachtsschlumpf mit Kranz) wurden
in kleineren Auflagen ab und zu auch ganz ohne Öse
hergestellt. Die Öse mit Kordel in den Kopf reinzudrehen
ist ja nur der letzte Arbeitsgang der Produktion und den
hat man ab und zu auch ausgelassen. |
Die Varianten ohne Ösen (und natürlich auch ohne
Loch im Kopf) sind sicher seltener als jene mit Ösen. Den
betenden Schlumpf gibt es in beiden Varianten (rotes und weißes
Grundmaterial) jeweils auch ohne Öse.
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Gibt es "neue Originale"
aus dem Hause Schleich"?
Hier kursieren auch zahlreiche Gerüchte in
Sammlerkreisen (Danke an unsere Schlumpfsammlerkollegen Dirk,
Thraker, Pete & Co für die Hinweise):
Es ist ja schon auffallend, wie viele betenden Schlümpfe
mit astreiner Markierung und in auffallend gutem Zustand im Umlauf
sind. Ebenso verhält es sich bei anderen angeblich extrem seltenen
Schlümpfen, wie dem Weihnachtsschlumpf mit Kranz.
Irgendwie kann ich kaum glauben, dass Schleich wirklich
der Versuchung widerstehen kann, Schlümpfe die im Sammlermarkt
aufgrund ihrer Seltenheit recht teuer geworden sind, weiterhin in
kleineren Stückzahlen herzustellen und diese über eigene
Kanäle im Sammlermarkt teuer zu verkaufen. Sie geben ja keinerlei
Mitteilungen über ihre Produktionsmengen an den Sammlermarkt
raus und sind lediglich ihrem Lizenzgeber (IMPS) gegenüber Rechenschaft
schuldig.
Gerüchten zufolge wurden aber bei Schleich schon
Mitarbeiter gefeuert, nachdem sie ohne Wissen der Geschäftsleitung
mit den Originalformen seltene Schlümpfe für den Sammlermarkt
produziert und verkauft haben. Darunter sollen angeblich auch die
betenden Schlümpfe sein. Das betende Pärchen bei dem der
Schlumpf aus weißem Grundmaterial ist (siehe Kapitel oben),
soll aus so einer inoffiziellen Produktion stammen. Ob das wirklich
stimmt werden wir wohl nie erfahren, denn es sind - wie gesagt - nur
Gerüchte.
Aus der Sicht eines Sammlers frag ich mich allerdings
schon, ob das für uns überhaupt einen Unterschied macht
ob die Schleich-Geschäftsleitung von so einer Produktion etwas
wusste oder nicht und ob IMPS (=die Lizenzinhaber der Schlümpfe)
ihre Lizenzgebühr für die Schlümpfe bekommen haben
oder nicht. Wenn das Produkt so oder so das selbe ist, macht das für
einen Sammler wohl nicht viel Unterschied. Es bleibt wohl jedem Sammler
selbst überlassen, ob er in einem Schlumpf der inoffiziell mit
der Originalform produziert wurde, nun ein Original oder eine Fälschung
sieht (Ich sehe darin jedenfalls ein Original). Auf den Wert hat es
meiner Meinung nach ohnehin keinen Einfluss, denn betende Schlümpfe
aus rotem oder weißem Grundmaterial werden zu den selben Preisen
gehandelt, weil beide "Varianten" selten sind. Die Seltenheit
ist das entscheidende Preiskriterium nicht ob etwas lizenziert wurde
oder nicht. Die Lizenzgeschichten kümmern Sammler meist reichlich
wenig, sonst würden z.B. die unlizenzierten Comix Non-Toxico
Schlümpfe nicht laufend zu Höchstpreisen gehandelt werden.
Letztendlich kann man auch nur vermuten, ob dieser
oder jener betende Schlumpf wirklich aus dem Jahre 1982 stammt, oder
erst vor wenigen Jahren gepresst wurde. Denn 20 Jahre sind auch keine
so lange Zeit, dass da schon zwingend Alterserscheinungen am Material
sichtbar sein müssen.
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